W & P / I N T R O

Es ist egal, aber …

… alles gleich gelten zu lassen, zu Hohem und Niedrigem den gleichen Abstand einzunehmen, sich sowohl dem Grandiosen, als auch dem Mediokren gegenüber in Gleichmut zu üben, ist eine degenerative Zivilisationserkrankung, die bereits in frühen Jahren an uns zu zehren beginnt. Doch gilt es weithin als förderungswürdig, sich in heiterer »Gelassenheit«, so die klinische Bezeichnung, gehen zu lassen. Dementes Grinsen signalisiert eine auf Normalnull eingepegelte Gleichgültigkeit gegenüber der Welt, Apathie gegenüber ihren Attraktionen, Indolenz gegenüber ihren Widerwärtigkeiten.

Das ausgeglichene, leidenschaftslose Leben im »ganz OK« gleicht einer monotonen Fernfahrt, die ohne Beifahrer nicht nur trostlos, sondern lebensgefährlich ist. Schwere Lider, erster Sekundenschlaf, man lässt Bayern 3 laufen und findet’s gar nicht mehr so schlimm, Dämmer der Affirmation, konformistischer Schlummer, Schlaf der Vernunft. Es braucht den Weggefährten, der einen im wohlverstandenen Eigeninteresse wach und aufmerksam hält. »Siehst du nicht? – Hör’ dir das an! – Denk’ dir …! – Wach’ auf, um Gottes Willen, mach’ deine Augen auf!«

HL und CDH, den Ernst des Lebens bedenkend (Erlangen, 1987)

Hymnisch oder hämisch, seit über dreißig Jahren dopen wir, Christoph D. Hoffmann CDH und Heinrich Leitner HL, uns mit der regelmäßigen Dosis Extremismus, impfen einander gegen die Infektionen der Gefälligkeit, lausen uns bei Befall durch Altersmilde und halten einander gegenseitig die Augen offen für die Sehenswürdigkeiten, die nicht mit mittlerem Maß zu messen sind.

»Geht so« geht gar nicht, denn das Leben ist kurz und streng das Gericht – möge es über uns nicht heißen: »Ausgewogen und zu leicht befunden!«

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© 2018 Christoph D. Hoffmann & Heinrich Leitner | Bildnachweise

Summa Theologica
Diarium lectionis

»Das Geringste an Erkenntnis, das einer über die erhabensten Dinge zu gewinnen vermag, ist ersehnenswerter als das gewisseste Wissen von den niederen Dingen.«

Fragen über Fragen, quaestio für quaestio, konsultieren CDH und HL  Thomas von Aquins »Summa beatifica«. Ihr Lektürejournal lässt den Doctor Angelicus hochleben, indem es ihn beim Wort nimmt.

Sprachblasen
Marginalien und Miniaturen

»Von Gedankenschwere entlastet, lösen sie sich vom Grund, steigen auf und zerplatzen an der Oberfläche: Sprachblasen.«

CDH versucht sich kurz zu fassen: Essayistische Miniaturen, Aphorismen, literarische Marginalien. Kurz, Kurztexte von CDH.